10.06.2013

Kinderbetreuung bleibt weiterhin ein wichtiges Thema!

Am vergangenen Mittwoch, den 05. Juni, lud die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zu einer Podiumsdiskussion ein. Sven Heise, Forenleiter der Stiftung, konnte mit seiner ersten Veranstaltung ein sehr diskussionsfreudiges Thema auswählen und interessante Podiumsgäste gewinnen.

So diskutieren ab 19:00 Uhr im Literaturzentrum Vorpommern, Koeppenhaus in Greifswald, zum Thema „Kinderbetreuung in Vorpommern – was sollen Tagesmütter und Kitas künftig leisten?“ Dr. Sonja Gelinek, Vorstand im Kinder- Jugendhilfeverein, Silke Herrmann, Inhaberin Kita „Biene Maja“, Christian Feldmann, Sprecher des Elternbundes Mecklenburg-Vorpommern sowie Dirk Scheer, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald.

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So wurde zu Beginn auch schnell über die angemessene Kinderbetreuung und fundierte frühkindliche Bildung gesprochen. Dirk Scheer informierte die vielen anwesenden Zuschauer, hauptsächlich Tagespflegepersonen und Erzieher, dass es im Landkreis 180 Kindertagesstätten gibt, die insgesamt 13.000 Kinder aufnehmen, sowie zahlreiche Tagespflegepersonen, die 900 Kinder erziehen.

Hierbei gilt es den Tagespflegepersonen eine große Bedeutung zu zurechnen, da sie in vielen Gebieten die frühkindliche Kinderbetreuung übernehmen können und ihre Rolle zum 01. August, wenn ein rechtlicher Anspruch auf Kinderbetreuung für unter 3 Jährige besteht, weiter wächst.

Die Diskussion, die der freie Journalist Nikolaus Möbius moderieren durfte, konzentrierte sich thematisch zu erst auf die Auswirkungen der vollzogenen Kreisgebietsreform im Land. Die Reform führte nicht zu dem versprochenem Bürokratieabbau, was auch Silke Herrmann und Dirk Scheer bekräftigen konnte! Die Vorgabe, das Personal abzubauen, muss der Landkreis nachkommen. Silke Herrmann berichtet, dass sie als private Trägerin ihrer Einrichtung oft für Kosten, wie z. B. Essensgeld aufkommen muss, da die verantwortlichen Ämter nicht mit dem hohen Arbeitsaufkommen hinterher kommen.

Dazu betont Dr. Sonja Gelinek, dass das Land meist nur bestelle, aber die Kommune dafür zahlen müsste. Das bekräftigte Christian Feldmann, der die Verwaltung als „Mangelverwaltung“ bezeichnet.

Er fügt an, dass in der Landeshauptstadt die nötigen Mittel nur pauschalisiert ausgeben werden und dazu den Durchschnitt aller Kitas zur Bemessung herangezogen wird. Das führt logischerweise dazu, dass viele Einrichtungen unterfinanziert sind.

Tagespflegepersonen im Publikum betonen, dass weiterhin das „Anschlussproblem“ vorliegt, also Eltern für die Zeit nach der Betreuung bei einer Tagespflegeperson schwer einen Platz für ihr Kind erhalten. Hierzu waren sich die Podiumsgäste einig, dass das Problem schnell beseitigt werden müsse, da es ein klarer Wettbewerbsnachteil für die Tagespflegepersonen bedeute.

Am Ende der angeregten Diskussion waren sich die Anwesenden einig, dass das Thema Kinderbetreuung weiterhin ein brandaktuelles Thema bleibt und eine angemessene Kinderbetreuung sinnvoll investiertes Geld und wenig Bürokratie bedarf!